24.10.2012: Urlaub buchen – wann, wo und wie es dem Kunden gefällt

Mobile Reiseberaterin Christine Santos

Christine Santos © XSP

Mit Vorurteilen ist das so eine Sache. Lange schon widerlegt, halten sie sich trotzdem hartnäckig. Schon Albert Einstein wusste: „Es ist leichter, einen Atomkern zu spalten als ein Vorurteil.“ Christine Santos kann das bestätigen. „Die meisten Menschen glauben immer noch, dass der Urlaub bei mir teurer ist als im Reisebüro“, erklärt die selbständige Reiseberaterin. Doch das stimmt nicht.

Wer bei ihr bucht, muss nicht mehr bezahlen, bekommt aber weitaus mehr Service. Denn mobile Reiseverkäufer stellen sich ganz auf ihre Kunden ein. „Ich berate sie, wann, wo und wie es ihnen gefällt“, sagt die 45-Jährige. Und im
Gegensatz zu einem stationären Reisebüro hat die mobile Beraterin keine festen Öffnungszeiten, die Kunden müssen nicht warten und die Urlaubsplanung geht völlig ungestört von statten. Die flexiblen Beratungszeiten sind vor allem für Menschen mit wenig Zeit oder Familien und Paare wichtig, die gerne gemeinsam den Urlaub planen wollen.

„Man muss absolut serviceorientiert sein. Der Kunde ist nicht nur König, sondern Kaiser“, beschreibt Christine Santos eine Grundvoraussetzung ihres Jobs, der immer noch ihr Traumberuf ist und den sie von der Pike auf gelernt hat. Nach ihrer Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau hat die gebürtige Berlinerin im Ticketing und als Produktmanagerin eines Veranstalters auch andere Seiten der Touristik kennengelernt. Doch der Reiseverkauf ist ihr eine Herzensangelegenheit. „Als die Kinder aus dem Gröbsten raus waren, wollte ich wieder arbeiten“, erzählt die sympathische Reiseberaterin. Die Idee, sich selbständig zu machen, lag da auf der Hand. Denn so konnte und kann sie Familie und Beruf wunderbar vereinbaren. Sie arbeitet, wenn die Kinder – elf und zwölf Jahre alt – in der Schule sind und abends oder am Wochenende, wenn ihr Mann zuhause ist.

„Ich bin zeitlich flexibel, das ist mir wichtig und kommt meinen Kunden entgegen.“ Hausbesuche sind nur ein Teil ihrer Tätigkeit. Die meisten Beratungen finden per Telefon statt. Die ausgearbeiteten Urlaubsangebote schickt Christine Santos per Mail an die Kunden. „Zu 98 Prozent wird dann direkt gebucht“, verweist sie auf ihre hohe Erfolgsquote. So unterschiedlich ihre Kunden sind, so unterschiedlich sind auch deren Urlaubswünsche. Ob Pauschalreise, Kreuzfahrt, Flug oder die selbstausgearbeitete Tour mit dem Camper durch die USA – die Reiseberaterin findet für jeden das Richtige. Und das spricht sich rum. Mittlerweile hat sie mehrere hundert Kunden und viele davon buchen immer wieder bei ihr. Das war allerdings nicht immer so. „Am Anfang braucht es viel Eigeninitiative, um sich einen Kundenstamm aufzubauen“, weiß die engagierte Frau, die 2008 mit ihrer mobilen Reiseagentur e-travel4u den Schritt in die Selbständigkeit wagte.

Die Hobby-Handballerin legte Flyer in ihrem Verein aus, warb auf einer lokalen Messe mit einem eigenen Stand, war bei örtlichen Veranstaltungen Sponsor von Reisegutscheinen und organisierte einen eigenen Info-Abend. „Ich wollte darüber aufklären, was ein mobiler Reiseberater eigentlich macht“, erzählt sie und deutet auf ihr hellblaues T-Shirt. Dort steht in dicken, weißen Lettern: Ich bin ein Reisebüro. Denn die gleichen Leistungen, die Kunden dort erhalten, bieten auch mobile Reiseagenturen. Im Grunde macht nur das Ladenlokal den Unterschied. Die Technik, mit denen die Mitarbeiter im Reisebüro arbeiten, steht auch den selbständigen Beratern zur Verfügung und zwar über einen Partner im Hintergrund, der auch das Inkasso und die Ausstellung der Reisedokumente abwickelt.

Mittlerweise gibt es mehrere Vertriebsorganisationen, die sich speziell um die Bedürfnisse mobiler Reiseberater kümmern. Neben unabhängigen Anbietern wie Amondo oder Solamento haben auch große Veranstalter wie TUI oder Neckermann eigene Vertriebszweige gegründet. Branchenführer TUI hat jüngst sogar mit „Feria“ eine zweite Marke auf den Markt gebracht, die sich explizit an Reisebüro-Inhaber wendet, die zwar ihr Büro schließen, aber trotzdem noch weiter Reisen verkaufen wollen.

Organisiert sind die seriösen Vertriebsorganisationen und ihre Mitglieder seit 2006 im Verband Selbständiger Reiseberater Deutschlands (VSRD). Um die Professionalität der mobilen Reiseberatung zu sichern, hat der Verband Qualitätskriterien für seine Mitglieder aufgestellt. So dürfen nur ausgebildete Reiseverkehrskaufleute oder Personen mit einer vergleichbaren Qualifikation dem VSRD beitreten. Dass die mobile Vertriebsschiene in Zukunft noch weiter an Bedeutung gewinnen wird, steht für den 1. Vorsitzenden des VSRD außer Frage. „Außer Fitness-, Stil- und Ernährungsberatern nutzen auch immer mehr Verbraucher die Dienste eines mobilen Reiseberaters“, hat Steffen Buder festgestellt.

Der Trend, individuelle Serviceleistungen in Anspruch zu nehmen, sei auch bei der Urlaubsplanung angekommen. Und dafür gibt es gute Gründe. „Persönlicher und bequemer kann eine Reisebuchung nicht sein – und das kostet keinen Cent extra“, ist der Verbandsvorsitzende überzeugt. Denn mobile Reiseberater greifen auf dieselben Angebots-Datenbanken und Preise zu wie stationäre Reisebüros oder Online-Portale auch. – Das muss sich jetzt nur noch mehr rumsprechen. Dann lässt sich das Vorurteil doch leichter spalten als ein Atomkern.

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