Detroit: Die besten Tipps für Auto-Fans

von Andrea Bonder

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Concours d’Elegance © Andrea Bonder

Detroit ist das Epizentrum der amerikanischen Auto-Industrie. Autointeressierte Besucher kommen hier voll auf ihre Kosten, denn die Motor-City lockt mit erstklassigen Auto-Museen, Oldtimer-Fahrten und Open-Air-Events.

Es ist wirklich nicht übertrieben: Auf den besten Events des Jahres kann man Hunderte bis Tausende außergewöhnlicher Autos bestaunen. Wer nach Michigan reist, sollte also vorher seinen Kalender zücken, um auch eines der Events rund um das Auto mitzuerleben.

Im Januar: die North American International Auto Show

In Detroit steht die North American International Auto Show vor der Tür. Vom 13. bis 28. Januar 2018 werden wieder rund 800.000 Besucher in den Messehallen vom Cobo-Messezentrum am Detroit-Fluss erwartet. Mit mehreren Dutzend Neuvorstellungen macht die NAIAS damit auch 2018 wieder den Auftakt des Automesse-Jahres.

BMW auf der NAIAS 2017 © Andrea Bonder

BMW auf der NAIAS 2017 © Andrea Bonder

An den Publikumstagen (20.-28. Januar 2018) sind 750 Fahrzeuge aus nächster Nähe sehen. Neben amerikanischen und asiatischen Herstellern sind auch deutsche Firmen mit großen Ständen vertreten, wie Audi, BMW, Mercedes, Porsche und Volkswagen.

Die Geburtsstätte vom Ford Model T
Mit der neuen Straßenbahn kann man zur ältesten Auto-Produktionsstätten der Welt fahren. In der „Piquette Avenue Plant“ ließ Henry Ford ab 1908 täglich bis zu 100 „Model T“ zusammengebaut. Das dreistöckige rote Backsteingebäude ist heute ein Museum. In den alten Hallen sieht man 40 der ältesten Ford-Modelle, das Studio, in dem der „Model T“ designed wurde, sowie das Büro von Henry Ford.

Die „Automotive Hall of Fame“
Rund 15 Kilometer westlich der Innenstadt erwartet einen in Dearborn die „Automotive Hall of Fame“. Hier werden nicht nur herausragende Persönlichkeiten der Autobranche geehrt und interessante Automobile ausgestellt (wie ein BMW Isetta), man lernt auch viel über die Geburt des Automobils in Detroit.

Top-Attraktion: Henry Ford Museum

Henry Ford Museum © Andrea Bonder

Nash Rambler im Henry Ford Museum © Andrea Bonder

Direkt nebenan befindet sich eines der bekanntesten Museen der USA und ein Muss für jeden Detroit-Besucher. Im Henry Ford Museum sind 130 Fahrzeuge ausgestellt, von der „pferdelosen Kutsche“ von 1865 bis zu neuen Modellen, auch eine ganze Reihe Präsidenten-Limousinen sind dabei. Die zahlreichen Ehrenamtlichen teilen gerne ihr umfangreiches Wissen zu den Fahrzeugen, und zusammen mit ihnen kann man sogar ein „Model T“ auseinandernehmen und wieder zusammensetzen.

Eine Fahrt im Model T
Im angeschlossenen „Greenfield Village“ kann man sogar selbst eine Runde in einem „Model T“ mitfahren. In dem 80 Hektar großen Freilichtmuseum befinden sich 100 historische Gebäude. Auf einem Rundgang sieht man das Geburtshaus von Henry Ford und seine Prototyp-Garage, sowie auch Werkstätten von Thomas Edison und den Wright-Brüdern.

Ein Besuch in der Produktionshalle vom F-150
Hier fährt auch der Bus ab zur „Rouge Factory“. Die 2,4 mal 1,6 Kilometer lange Anlage war bei ihrer Fertigstellung die größte Fabrik der Welt, die über 100.000 Arbeiter beschäftigte. Heute wird nur noch in einem kleinen Teil produziert, und zwar der Pickup F-150, seit rund 35 Jahren der meistverkaufte Wagen der Amerikaner. Die mehr als 800.000 Pickups pro Jahr werden hier montiert. Als Besucher dreht man eine Ebene höher eine Runde und schaut den Arbeitern dabei zu, wie sie Kabelstränge, Schiebedächer und Türen montieren. Von der Aussichtsetage hat man einen Überblick über das ganze Gelände.

Flint: In die Geburtsstadt von General Motors
Fans von General Motors sind im „Sloan Automuseum“ in Flint richtig. Die Stadt nordwestlich von Detroit ist die Geburtsstadt von GM. Jahrzehntelang war Flint Automobilbau-Standort, und bis heute werden hier Motoren und andere Autoteile hergestellt. So zeigt das nach dem GM-Präsidenten Alfred Sloan benannte Museum dann auch ausschließlich in Flint hergestellte Autos. Die rund 100 Fahrzeuge aus den Jahren 1904 bis 1981 sind überwiegend Buicks und Chevrolets.

Privatsammlung: Luxusautos aus den 30er Jahren

Hudson Hornet, Ypsilanti © Andrea Bonder

Hudson Hornet, Ypsilanti © Andrea Bonder

In Chesterfield, nordöstlich von Detroit, zeigt der Textilunternehmer Ted Stahl seine Autosammlung in einem eigens eingerichteten Museum. Die „Stahl Automotive Collection“ umfasst 125 Fahrzeuge aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Ein Großteil der Sammlung sind Luxusautos aus den 30er Jahren, unter anderem von Lincoln, Auburn, Cord, Duesenberg, Packard und Pierce-Arrow. Die Ausstellung hat dienstags und jeden ersten Samstag im Monat geöffnet.

Für Spezialisten: Hudson, Kaiser und Tucker
Westlich von Detroit in der Depottown von Ypsilanti befindet sich das kleine, aber feine „Automotive Heritage Museum“. Das Gebäude ist ein ehemaliges Hudson-Geschäft mit Werkstatt. Seit gut 20 Jahren werden darin Autos von Marken gezeigt, die nicht ganz alltäglich sind: Hudson, Tucker, Kaiser-Frazer, Corvair. Besonders sehenswert ist die berühmte „Hudson Hornet #92“ von 1952, mit der der US-Rennfahrer Herb Thomas um die NASCAR-Meisterschaft fuhr.

Ein Ausflug, der sich lohnt: zum Gilmore Car Museum

Ford Model T Fahrschule, Gilmore Car Museum © Andrea Bonder

Ford Model T, Gilmore Car Museum © Andrea Bonder

Gut drei Autostunden westlich von Detroit kommt man nahe dem Örtchen Hickory Corners zu einem ganz besonderen Juwel. Das „Gilmore Car Museum“ ist ein 35 Hektar großes Gelände mit zahlreichen neuen und historischen Gebäuden, in denen rund 400 Oldtimer und Motorräder überwiegend amerikanischer Marken ausgestellt sind. Dazu gehören Cadillacs, Pierce-Arrows, Duesenbergs und Studebakers ebenso wie Trucks und Muscle-Cars. Eine Ausstellung widmet sich der nächstgrößeren Stadt Kalamazoo, in der es einst 17 Autohersteller gab, darunter Checker mit seinen gelben, kariert-gemusterten Taxis. In den Sommermonaten kann man im Rahmen der „Model T-Fahrschule“ selbst einen Oldtimer fahren lernen!

Termine für Auto-Fans

Woodward Dream Cruise © Andrea Bonder

Woodward Dream Cruise © Andrea Bonder

Lohnenswerte jährliche Veranstaltungen sind die NAIAS Autoshow (13.-28. Januar 2018) und die Tuning-Messe „Autorama“ (2.-4. März 2018, beide im Cobo-Messezentrum).

Am letzten Wochenende im Juli findet in Plymouth der „Concours d’Elegance of America“ statt (27.-29. Juli 2018), einer der wichtigsten in den USA.

Am dritten Samstag im August findet die „Woodward Dream Cruise“ statt (18. August 2018). Entlang Detroits großer Ausfallstraße Woodward Avenue reihen sich zwischen Ferndale und Pontiac 1,5 Millionen Zuschauer auf, um Zehntausende Oldtimer und Muscle-Cars zu sehen.

Auch viele Museen veranstalten regelmäßige Oldtimer-Treffen; die Termine findet man auf den Websites.

Weitere Informationen
www.naias.com
www.fordpiquetteavenueplant.org
www.automotivehalloffame.org
www.thehenryford.org
www.thehenryford.org/visit/greenfield-village
www.thehenryford.org/visit/ford-rouge-factory-tour
www.sloanlongway.org
www.stahlsauto.com
www.ypsiautoheritage.org
www.gilmorecarmuseum.org
www.concoursusa.org
www.woodwarddreamcruise.com

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