Im Bett des Zaren: Schlossromantik im Taunus

von Brigitte Bonder

Im Bett des Zaren: Schlosshotel Kronberg

Blick auf das Schlosshotel Kronberg © B. Bonder

Mal sehen, was Zar Nikolaus so in seinem Schreibtisch versteckt hatte. Der auf Hochglanz polierte Sekretär mit den zahlreichen, kleinen Schublädchen und Türchen sieht geheimnisvoll aus. Doch viel zu leicht lassen sich die drei größeren Laden herausziehen – leer.

Nur das Wappen des Schlosshotel Kronberg springt einem gleich dutzendfach in dunklem Rot auf weißem Einlegepapier entgegen. Wie enttäuschend. „Da hab ich doch tatsächlich gestern noch ein Geheimfach entdeckt“, freut sich Pascal Zientek und schiebt eine beigebraun gemaserte Holzverzierung beiseite. Stolz zeigt der junge Manager auf die drei freigelegten Fächer, schmunzelt verlegen und zieht einen Schlüssel aus einer der Laden heraus. „Der muss doch irgendwo passen,“ drängt die Gruppe der Hotelführung. Tut er auch. Er öffnet eine winzige Tür. Doch das Versteck ist leider auch leer. Aber immerhin staubig und ohne Einlegepapier.

Berühmte Gäste

Das Schlosshotel Kronberg wurde Ende des vorletzten Jahrhunderts unter dem Namen Schloss Friedrichshof im englischen Tudor-Stil erbaut. Victoria Kaiserin Friedrich zog nach dem Tod ihres Mannes Kaiser Friedrich III. in den Taunus und entwarf das Schloss im Gedächtnis an ihren geliebten Mann. Die Buchstaben „V“ und „F“ sind über dem Haupteingang in Stein gemeißelt, auch auf der Rückseite über der Terrasse zum großen Schlosspark zeugen die Initialen von der damaligen Liebesheirat.

Doppelzimmer im Schloss © Brigitte Bonder

Doppelzimmer im Schloss © Brigitte Bonder

Drinnen hatten berühmte Persönlichkeiten ihre eigenen Gemächer. Regelmäßig zu Gast war Kaiser Wilhelm der II., auch Zar Nikolaus oder King Edward VII. hatten ihre eigenen Zimmer. Heute kann jeder in den 58 Zimmern und Suiten des Schlosshotels nächtigen und an Kaiser Wilhelms Schreibtisch arbeiten oder im roten Zaren-Himmelbett schlafen. Nur hinter die Tür mit der Nummer 117 darf kein Gast schauen. Denn die ehemaligen Privatgemächer Victorias werden auch heute nur von den Eigentümern genutzt, also von den Landgrafen und Prinzen von Hessen.

Die ehemalige Residenz der englischen Königstochter hat sich kaum verändert. In der Eingangshalle glänzt der schwarzweiß karierte Fliesenboden, ein bunter Stilmix aus antiken Stühlen und Sesseln verteilt sich auf einem beigefarbenen, leicht abgewetzten Teppich vor dem riesigen Kamin. Von den Wänden schauen glubschäugig die Ahnen der kaiserlichen Familie herab. Ein vielarmiger Kronleuchter erhellt den Saal, in dem die Kaiserin vor mehr als hundert Jahren ihren Besuch von einer Empore im ersten Stock begrüßte.

Kaiserlich ausspannen in antikem Ambiente

Heute empfängt die kleine Rezeption hinter der breiten Holztreppe die Gäste hier im Schlosshotel Kronberg. Stofftapeten mit rankendem Blumenmuster, glänzend polierte Messingkronleuchter, Meißner Porzellan, stuckverzierte Decken und teure Gemälde machen aus jedem Zimmer einen einzigartigen Raum. Das Schloss ist kein Museum. Wer hier eincheckt, lümmelt abends auf den antiken Sofas herum und sitzt in der Hotelbar unter einem echten Gemälde von Turner.

Antikes Ambiente im Schlosshotel Kronberg © Brigitte Bonder

Antikes Ambiente im Schlosshotel Kronberg © Brigitte Bonder

Zu später Stunde kann es unheimlich werden. Die ausgetretenen Treppenstufen knarzen bei jedem Schritt. Der düstere Diener Dietrich schleicht durch die Eingangshalle, eine weiße Frau schwebt durch das Gemäuer. Sogar ein Kommissar hat hier schon ermittelt. „Aber zum Glück nur im Fernsehen“, schmunzelt Franz Zimmermann, Hoteldirektor auf Schloss Kronberg. „Der Tatort durfte im letzten Jahr bereits zum dritten Mal hier gedreht werden und ist sogar schon für den Grimmepreis nominiert!“ berichtet der Österreicher stolz.

Von echtem Spuk hat hier noch keiner gehört. Und Geheimgänge im Keller? Irgendein Geheimnis muss doch zu lüften sein. „Da ist nichts bekannt, aber wir beginnen gerade mit der Untersuchung der Katakomben“, berichtet Franz Zimmermann. „Vielleicht finden wir da noch etwas.“ Das wäre möglich, denn in unsicheren Zeiten oder vor dem Besuch eher ungeliebter Gäste wurden wertvolle Antiquitäten versteckt. Dem Gast hingegen bleibt, die antiken Schränke in den Zimmern und Suiten auf doppelte Böden zu untersuchen. Oder einfach ein paar Tage kaiserlich abzuschalten.

Weiterführende Informationen:

Schlosshotel Kronberg
Hainstrasse 25
61476 Kronberg im Taunus
Tel.: 06173 / 701 -01
Fax: 06173 / 701 -267
E-Mail: info@schlosshotel-kronberg.de
Internet: www.schlosshotel-kronberg.de

Tipps

Einblick in die Geschichte:
Schlossführung mit dem Historiker Hr. Leinert jedes Wochenende ab 15 Uhr.

Einfach abschalten:
Einstündiger Spaziergang rund um den Schlosspark mit Rosengarten und altem Baumbestand aus der ganzen Welt.

Sportlich:
Eine Runde durch den 18-Loch Golfplatz im Schlosspark drehen.

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