La Motte – Ein Besuch auf einem der schönsten Weingüter Südafrikas

Kapholländische Architektur © Thomas Sbikowski

Kapholländische Architektur © Thomas Sbikowski

Constantia, Stellenbosch, Franschhoek – diese Ortsnamen lassen die Herzen von Weinliebhabern höher schlagen. Einen abwechslungsreichen Tagesausflug verspricht das kapholländische Weingut La Motte im Herzen der südafrikanischen Winelands.

La Motte ist ein Weingut mit Geschichte. Es liegt am Ortsrand von Franschhoek in der Provinz Westkap und somit nur knapp 60 Kilometer von Kapstadt entfernt. Perfekt für einen Tagesausflug. In der Region ließen sich 1688 rund 200 aus Frankreich ausgewanderte Hugenotten nieder, unter ihnen waren auch etliche Winzer. Sie erkannten, dass sich die umliegende Berge sehr gut für den Weinbau eigneten und so befindet sich rund um Franschhoek eines der wichtigsten Weinanbaugebiete Südafrikas.

1709 erwarb auch der Franzose Pierre Joubert ein Stück Land in der Region und benannte es nach einem kleinen Dorf in der Provence – La Motte d’Aigues. Mitte des 18. Jahrhunderts wurden dann die ersten Rebstöcke gepflanzt. Aus dieser Zeit stammen die historischen Gebäude des Weinguts, wie das Manor House und das Jonkershuis.

Schöner Park im Weingut © Thomas Sbikowski

Schöner Park im Weingut © Thomas Sbikowski

 
1970 erwarb der südafrikanische Unternehmer Dr. Anton Rupert das Weingut. Die Weinberge wurden mit frsichen Reben bepflanzt, neue Gebäude und ein moderner Keller errichtet. Heute wird La Motte von seiner Tochter Hanneli Rupert-Koegelenberg und und ihrem Mann Hein Koegelenberg geführt.

Spaziergang durch die Weinberge

Wer das Weingut auf Schusters Rappen entdecken möchte, sollte sich am besten gleich früh morgens auf den fünf Kilometer langen „La Motte Hiking Trail“ begeben. Denn dann sind die Temperaturen noch angenehm für eine Wanderung. Der Pfad beginnt direkt am Weingut und führt durch die Weinberge, unterwegs sind unzählige einheimische Pflanzen zu sehen. Außerdem eröffnen sich aus den höheren Lagen herrliche Panoramablicke in das malerische Tag von Franschhoek. Tipp: Montags morgens gibt es jeweils um 8 Uhr eine geführte Wanderung mit Picknick.

Wanderung durch die Weinberge © Thomas Sbikowski

Wanderung durch die Weinberge © Thomas Sbikowski

 
Einen Ausflug lohnt auch der „Sculpture Walk“ in den La Motte eigenen Weinbergen. Entlang des Trails warten neun Skulpturen wie die Wine Bearer Skulptur des einheimischen Bildhauers Toby Megaw.

Sehenswert sind zudem die historischen Gebäude von La Motte. Normalerweise sind die Häuser in typisch kapholländischer Architektur für die Besucher nicht zugänglich, immer Mittwochs gibt es jedoch einen historischen Rundgang, der am La Motte Museum beginnt. Durch den bunten Rosengarten führt die Tour zum La Motte Gutshaus, dem Jonkershuis, den historischen La Motte Kellern und zur Wassermühle. Sie ist die älteste, noch in Betrieb befindliche Mühle des Franschhoek-Tals.

Von der Traube zum Wein

Im Mittelpunkt eines Besuchs bei La Motte steht natürlich die Verkostung der Weine und ein Besuch des Weinkellers. Dabei erfahren Ausflügler mehr über die angebauten Rebsorten und die Weinproduktion. Besonders spannend ist die Tour im Herbst zur Zeit der Weinlese.

Shannon führt durch das Weingut © Thomas Sbikowski

Shannon führt durch das Weingut © Thomas Sbikowski

 
Mit erfahrenen Guides wie Shannon geht es zunächst zum kleinen Weinlehrpfad vor dem Eingang von La Motte. Hier sind 16 Rebsorten angepflanzt, zu jeder gibt es eine Infotafel. Für Südafrika ist insbesondere die Pinotage bekannt, eine Kreuzung aus Cinsault und Pinot Noir.

La Motte Rebsortenpfad © Thomas Sbikowski

La Motte Rebsortenpfad © Thomas Sbikowski

 
Im Weinkeller geht die Tour weiter. Hier erklärt Shannon jeden einzelnen Verarbeitungsschritt. Jetzt im Herbst werden Trauben angeliefert und an einem Fließband Äste und Blätter aussortiert. Dann werden die Weintrauben gepresst und der Saft in große Edelstahltanks gepumpt. Einige Weine reifen später noch im Holzfass.

Handselektion der Trauben © Thomas Sbikowski

Handselektion der Trauben © Thomas Sbikowski

 
Bei der Verkostung in den neu gestalteten Degustationsräumen können Besucher die aktuellen Jahrgänge verschiedener La Motte Weinkollektionen vom Sauvignon Blanc bis zum Chardonnay, Cabernet Sauvignon oder Syrah probieren.

Verkostung im Weinkeller © Thomas Sbikowski

Verkostung im Weinkeller © Thomas Sbikowski

 
Ein großer Kamin sorgt für entspanntes Ambiente, von den bequemen Sofas eröffnet sich durch große Glasscheiben ein Blick in den Holzfasskeller und die modernen Edelstahltanks.

La Motte Fasskeller © Thomas Sbikowski

La Motte Fasskeller © Thomas Sbikowski

 

Südafrikanische Küche bei La Motte genießen

Nach der Verkostung ist es Zeit für eine Mittagspause und vom modernen Weinkeller sind es nur wenige Schritte durch den kleinen Park hinüber zum Restaurant. Im „Pierneef à la Motte“ wird internationale und regionale Cape Winelands Küche serviert. Den Namen erhielt das Restaurant vom bekannten südafrikanischen Künstler Jacob Hendrik Pierneef. Die Verbindung zwischen Weingut und Künstler begann mit der Kreation des Premiumweins, der Pierneef-Kollektion. Heute wird seine Kunst im angeschlossenen Museum ausgestellt.

Das Restaurant hat nur mittags geöffnet und bietet verschiedene Zwei- oder Dreigang-Menüs mit passender Weinbegleitung. Küchenchef Eric Bulpitt lässt seiner Kreativität freien Lauf, die Gerichte sind äußerst ansprechend angerichtet.

Vorspeise des Menüs © Thomas Sbikowski

Vorspeise des Menüs © Thomas Sbikowski

 

Hauptgang mit Fischfilet © Thomas Sbikowski

Hauptgang mit Fischfilet © Thomas Sbikowski

 

Dessert mit Süßwein © Thomas Sbikowski

Dessert mit Süßwein © Thomas Sbikowski

 
Die fleischlose Variante beginnt zum Beispiel mit Ochsenherztomaten mit Ziegenkäse und einem Perneef Sauvignon Blanc. Als Hauptgang wird ein Fischfilet mit Kürbispüree und Salat aus dem Garten direkt hinter dem Restaurant serviert, dazu wird ein La Motte Chardonnay eingeschenkt. Zum Abschluss gibt es Eis-Sandwich mit einem auf Stroh gereiften Süßwein.

Ein Abstecher zu Kunst und Wellness

Seit einigen Jahren gehört ein eigenes Museum zum Weingut La Motte. Hier wird die Geschichte der Rupert Family sowie die musikalische Karriere der La Motte Eigentümerin Hanneli Rupert-Koegelenberg dargestellt. Zudem gibt es Erläuterungen zur Geschichte des Weinguts und zur kapholländischen Architektur.

Ausblick aus dem Museum © Thomas Sbikowski

Ausblick aus dem Museum © Thomas Sbikowski

 
Als Dauerausstellung sind Bilder des südafrikanischen Landschaftsmalers Jacobus Hendrik Pierneef zu sehen, der von 1892 bis 1966 lebte. Dazu gibt es interessante Wechselausstellungen und monatliche klassische Konzerte in den historischen Kellern.

Wer noch ein Souvenir sucht, stattet dem kleinen La Motte Shop einen Besuch ab. Hier gibt es schöne Produkte von Tischdekoration über Geschirr hin zu den La Motte eigenen Beauty-Produkten. Das Sortiment „Arômes de La Motte“ basiert auf den ätherischen Ölen der für Südafrika typischen Fynbos-Vegetation. Auf La Motte sind heute über 12 Hektar mit Lavendel, Buchu und Kap Kamille bepflanzt. Aus den Blättern und Blüten werden feine Cremes, Duschgels, Raumerfrischer und Massagewachskerzen hergestellt.

 

Weitere Informationen gibt es unter www.la-motte.com.

Öffnungszeiten Weinverkostung:
Mo – Sa 9 – 17 Uhr. So und an Feiertagen geschlossen.
Weinverkostung mit Kellerführung für 100 Rand / Person. Nur Weinverkostung 60 Rand. Termine: Im Herbst stündlich während der Öffnungszeiten.

Öffnungszeiten Restaurant Pierneef à la Motte:
Di – So 11:30 – 15 Uhr. Reservierung empfohlen.

Öffnungszeiten Museum:
Di – So 9 – 17 Uhr. An Feiertagen geschlossen. Eintritt frei.

Wanderung:
Eigenständige Wanderung auf dem La Motte Hiking Trail von Montag bis Samstag 9 bis 14 Uhr. Im Winter geschlossen. Preis: 50 Rand / Person. Reservierung empfohlen. Geführte Wanderung 100 Rand, Reservierung notwendig.

Historischer Rundgang über das Weingut Mittwochs ab 10 Uhr für 60 Rand / Person.

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