Mit dem Boot durch Südthailand

Brigitte Bonder

"The Beach" auf Koh Phi Phi © Brigitte Bonder

Der rasselnde Motor des Holzbootes verstummt nach einer halbstündigen Fahrt über die offene Andamanensee. Der mit Blumen und Bändern geschmückte Bootsrumpf gleitet lautlos auf den Korallenstrand. Hohe Felsen bewachen den schmalen Eingang dieser Bucht.

Bunte Fische tummeln sich im glasklaren, türkis glänzenden Wasser. Der grüne Urwald im Inselinneren leuchtet an diesem frühen Morgen mit dem tiefblauen Himmel um die Wette. Ein kleines Paradies, das auch schon Leonardo di Caprio als Hauptfigur des Films „The Beach“ erlebte. Die Maya Bay auf der thailändischen Insel Koh Phi Phi Leh ist heute ein beliebtes Ausflugsziel. Aber am frühen Morgen ist der berühmte „Beach“ im Mu Koh Phi Phi Nationalpark noch das Paradies, das Autor Alex Garland in seinem gleichnamigen Buch beschrieb.

Nur wenige der typisch asiatischen Longtailboote hüpfen schon vor neun Uhr morgens über die Wellen zum berühmtesten Strand Südthailands. Schon am Eingang der Bucht stoppen die Kapitäne die gewöhnlichen Automotoren, die als Antrieb auf die Holzboote geschweißt sind. „Unsere kleinen Longtailboote steuern aber auch unbekanntere Strände an.“ Florian Hallhuber, General Manager des Zeavola Resorts im ruhigen Norden der Hauptinsel Koh Phi Phi Don deutet auf zwei Inseln in Sichtweite.

Unterwegs zur Moskito-Insel

Vom Hotel ist es nur ein Katzensprung zur unbewohnten Moskito-Insel. Das Holzboot mit dem leuchtenden Zeavola-Schriftzug hat kaum Tiefgang und treibt über die Korallen. Die Schnorchler gleiten in das badewannenwarme Wasser, sofort umschwimmt sie ein Schwarm gelb-grau gestreifter, neugieriger Fische. Bunte Mördermuscheln leuchten in blau und violett. Das letzte Ziel des Tages ist immer die benachbarte Bambusinsel, ein von Korallenstränden umgebener Dschungelberg.

Sikao © Brigitte Bonder

Sikao © Brigitte Bonder

Die Longtailboote knattern auch weiter östlich auf der Doppelinsel Koh Lanta durch die tropischen Gewässer. Die lange Stange am Heck, an dessen Ende ein kleiner Propeller flach ins Wasser ragt, gab dem romantischen, aber lauten Gefährt den Namen. „Viele unserer Gäste machen einen Ausflug durch das größte Mangrovengebiet Südthailands,“ empfiehlt Franck de Lestapis. Der Manager des Resorts Pimalai lebt seit zehn Jahren hier und kennt die Highlights.

Die Tour führt durch enge Kanäle, Schwärme von winzigen Fischen schweben im grün-braunen Wasser. Bei Ebbe ragen die langen Stelzwurzeln der selten gewordenen Bäume weit aus dem Wasser heraus, kleine Taschenkrebse krabbeln durch den Schlamm. Ab und zu kreist ein Weißkopfseeadler über dem Boot und beobachtet die Gäste neugierig, bis er eine Schar weißer Vögel vom nächsten Baum verjagt und sich niederlässt. Mit Bananen füttert der Kapitän eine kleine Affenherde, die ungestüm über das Longtailboot springt und sich an seinem abgewetzten, weißen Shirt festklammert.

In der Smaragdhöhle

Auf das Festland der Region verirren sich nur wenige Urlauber. Im winzigen Ort Maifad verbringen die Einheimischen ihre freie Zeit. Mit hoher Geschwindigkeit rasen Mopeds mit angebauten Schwimmreifen-Verkaufsständen über den Strand. Frittierte Meerestiere und Algen gibt es an jeder Ecke, die wenigen westlichen Touristen sind ein beliebtes Fotomotiv. Sie sind wegen der Ausflüge in den Had Chao Mai Nationalpark hier. Südlich des Dorfes im Anantara Hotel startet der junge Thai Ting mit dem Holzboot in die Inselwelt aus hoch aufragenden Kalksteinfelsen.

Auf Koh Hai wartet ein einsamer Korallenstrand, rund um Koh Rok kennt Ting beste Schnorchelplätze. Zum Schluss steuert der junge Familienvater die Insel Koh Muk an. Er verankert sein mit einem springenden Hai bemaltes Boot, hüpft mit einem ungelenken Kopfsprung ins Meer und schwimmt voran durch die 80 Meter lange, stockdunkle Smaragdhöhle. Nur der Strahl aus Tings Taschenlampe blitzt über die Tropfsteine. Nach etwa zehn Minuten wird es wieder hell. Im Innern der Insel empfängt ein winziger Strand die Schwimmer, direkt dahinter beginnt der Dschungel, steile Felsen ragen rundum hinauf. Der grüne Urwald leuchtet mit dem tiefblauen Himmel um die Wette und das Knattern der bunten Longtailboote klingt nur noch leise in der Ferne.

Weitere Informationen

Mangroventour auf Kohlanta © Brigitte Bonder

Mangroventour auf Kohlanta © Brigitte Bonder

Tourism Authority of Thailand (TAT)
Thailändisches Fremdenverkehrsamt, Bethmannstr. 58, 60311 Frankfurt
Tel.: 069/138139-0
Internet: www.thailandtourismus.de
Mail: info@thailandtourismus.de

 

 

Unterkünfte entlang der Rundreise

Anantara Sikao
Perfekter Ausgangspunkt für Touren durch die südliche Andamanensee. Die Zimmer bieten teilweise herrliche Ausblicke über die durch hoch aus dem Wasser ragende Kalksteininseln. Regelmäßig wird abends Barbecue am Strand angeboten. Die Longtailboot-Touren starten direkt am Hotel eigenen Steg.

Internet: sikao.anantara.com

Pimalai
Das Fünf-Sterne Resort mit Strand- und Poolvillen bietet traumhafte Ausblicke über die Andamanensee. Kostenlose Seekajaks stehen für Touren in die nächste Bucht bereit. Touren zu den Mangrovenwäldern starten von hier.
Internet: www.pimalai.com

Zeavola
Das in den Urwald integrierte Hotel bietet Ruhe und Naturverbundenheit direkt am Strand im ruhigen Norden Koh Phi Phis. Tagestouren zum berühmten „The Beach“ und zu anderen Inseln, Schnorchelplätzen und Stränden starten direkt im Tauchcenter Zan Zanook.
Internet: www.zeavola.com

 

Reiseführer

© Lonely Planet

© Lonely Planet

Der Klassiker: Der deutschsprachige Lonely Planet Thailand ist seit jeher der beste Begleiter für Individualreisende und Backpacker in Thailand.

Für jede Region gibt es spannende Tipps zu Sehenswürdigkeiten und Ausflügen, aber auch Empfehlungen zu Unterkünften und Restaurants.

Für die Regionen Krabi und Trang  wartet der Guide mit knapp 50 Seiten voller Tipps zu unberührten Stränden mit einer atemberaubenden Unterwasserwelt,
prächtigen Tempeln, abgelegenen Nationalparks, ursprünglichen Monsunwälder,
Kajakrouten, Schnäppchen-Märkten und Festivals auf. Dazu gibt es für jede Region eine Auswahl an Unterkünften und Restaurants für jeden Geschmack und Geldbeutel.

Preis: 26,99 Euro

 

© Lonely Planet

© Lonely Planet

Nur um Thailands Inseln geht es im Lonely Planet Thailand – Inseln & Strände. Die Autoren geben sachkundige Hintergrundinfos zum Reiseland, liefern praktische Tipps und Informationen für die Planung der Reise, beschreiben alle interessanten Sehenswürdigkeiten.

Individualreisende freuen sich insbesondere über die persönlichen Entdeckungen und Tipps der Autoren. Denn so kommen auch Globetrotter, die abseits der ausgetretenen Pfade unterwegs sein möchte, auf ihre Kosten.

Für einen guten Überblick sorgen die Übersichts- und Detailkarten.

Preis: 22,99 Euro

 

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