Dem Schlittenhund auf der Spur

von Brigitte Bonder

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Die Ammergauer Alpen / © Brigitte Bonder

„Ready… Go!“ Schnee kennt das Signal. Die Husky-Dame mit den blauen Augen springt auf und sprintet los. Sie führt acht eifrige Schlittenhunde durch das Schneegestöber. Im Schlitten des Gespanns kuschelt sich ein verliebtes Pärchen unter das dicke Fell, die Kapuzen tief ins Gesicht gezogen. Bei dem rasanten Tempo peitschen die Schneeflocken ins Gesicht. „How!!“ ruft der Musher. Die Hündin Schnee biegt links ab.

„Eigentlich kann man sich die Kommandos gut merken“, lacht Werner Laqua, der hinter den beiden auf dem Schlitten steht. „Wenn man über die Straße geht, schaut man erst nach links, dann nach rechts. Die Kommandos lauten How und Gee.“ Gesprochen klingt das dann wie Hohh-Tschii. „So ein Niesen ist bei der Kälte hier keine Seltenheit“ lacht der Musher und läuft zu den Hunden vor. Die Hündin Kira hat sich im Geschirr verwickelt und muss befreit werden. Dann geht es in lockerem Reisetempo weiter durch die verschneiten Ammergauer Alpen.

Am Rande des Kurortes Bad Bayersoien hat Laqua sein Lager aufgeschlagen. Mit zwei Gespannen können Urlauber entlang des Soier Sees durch die verschneite Winterlandschaft gleiten. „Das Fahren habe ich mir vor 18 Jahren selbst beigebracht. Meine Güte, bin ich häufig heruntergefallen“, erinnert sich der Musher. „Auch heute laufen die Tiere sehr gern weiter, wenn die Gäste beim Workshop herunterfallen. Ich meine dann immer, ein Grinsen in den Gesichtern meiner Hunde zu sehen“. Heute fahren die Gäste nicht selbst. Der Musher lenkt die Tiere an den bunt gekleideten Langläufern vorbei, die am zugefrorenen See vorbei skaten.

Von Oberammergau bis zum Schloss Linderhoff

Husky-Tour durch die Ammergauer Alpen / © Brigitte Bonder

Husky-Tour durch die Ammergauer Alpen / © Brigitte Bonder

Die Loipen führen quer durch die gesamten Ammergauer Alpen. Mehr als 150 Kilometer sind zwischen den sechs Orten der Tourismusgemeinschaft gespurt. Besonders berühmt ist die König-Ludwig-Loipe. Vom bekanntesten Ort der Region – dem Passionsspielort Oberammergau – führt sie zum Märchenschloss König Ludwig II. von Bayern.

Das Schloss Linderhof liegt einsam in einem tief verschneiten Tal kurz vor der österreichischen Grenze. Die Wasserspiele und Palmen sind unter kleinen Holzhäuschen vor dem Winter geschützt, die königliche Villa leuchtet sanft rosa vor dem strahlend blauen Winterhimmel. Der Schnee knirscht unter den Schuhen der wenigen Besucher.

Nur zehn Kilometer weiter liegt das 1330 gegründete Kloster Ettal. Die barocke Benediktinerabtei wirkt von außen eher eintönig, die gräuliche Fassade der Kirche scheint wenig einladend. Innen strahlt die Basilika jedoch in bunten Farben. Wo hört der Stuck auf, wo fängt die Malerei an? Eine ganze Geschichte ist in die Kuppel der Kirche gezeichnet.

Herzhaftes und Hochprozentiges

Für das leibliche Wohl ist auch gesorgt. Seit 1609 wird Gerstensaft in der Klosterbrauerei hergestellt, auch der klassische Ettaler Heulikör ist zu empfehlen. Frater Vitalis ist im Kloster für Hochprozentiges zuständig. Er stellt über 60 Kräuter zusammen, die für den Heulikör benötigt werden. „Die Zusammensetzung ist sein Geheimnis“ weiß Nicole Richter von der Ammergauer Alpen GmbH. Auch für den Ammergauer Kräuterkäse stellt der ehemalige Heilpraktiker die Gewürze zusammen. „In der Schaukäserei direkt neben dem Kloster wird im Zweischichtbetrieb Käse produziert. Am besten vormittags vorbeischauen, da gibt es auch eine Führung“, empfiehlt Richter einen Besuch der 2005 eröffneten Käserei.

Auch auf den zahlreichen Almen und Hütten gibt es Herzhaftes aus der Region. Nach einer 4,5 Kilometer langen Rodeltour vom Hörnleberg ins Tal von Bad Kohlgrub lockt die Guggenberg Alm zu einem Einkehrschwung. Die urige Hütte wird von einem grünen Kachelofen kräftig geheizt, hochprozentige Spezialitäten lassen die Gesichter der Besucher glühen. Wild schauende Masken und Geweihe verzieren die Holzwände, dampfende Kasspatzn stehen auf dem Tisch. Kleine Portionen gibt es hier nicht!

Auch die Ammergauer Naturgastgeber meinen es gut mit den Urlaubern. In den familiär geführten Hotels und Gasthäusern wird viel Wert auf bayrische Gastlichkeit und Tradition gelegt. Und nach einem schneereichen Tag im Hundeschlitten ist ein heißes Heudampfbad im Wellnessbereich genau das Richtige.

Brigitte Bonder

 

 

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