Skifahren 2.0 am Stubaier Gletscher

von Andrea Bonder

Skifahren 2.0 auf dem Stubaier Gletscher

Auf dem Stubaier Gletscher © Andrea Bonder

Im Stubaital haben Skifahrer und Snowboarder längst entdeckt, wie viel Spaß Wintersport mit den richtigen Gadgets macht. Am Stubaier Gletscher, einem der bekanntesten Skigebiete Tirols, sind immer mehr mit einer Helm-Kamera oder der App „iSki Tracker“ unterwegs.

Traumhafter könnte der Tag am Stubaier Gletscher nicht beginnen. Nachdem in der Nacht noch einmal 40 Zentimeter Neuschnee gefallen sind, strahlt die Sonne morgens um neun Uhr vom stahlblauen Himmel. Die Pistenraupen sind schon seit drei Uhr im Einsatz, um die 110 Pistenkilometer zu präparieren. Zwischen 1.750 und 3.200 Höhenmetern kommen auch Anfänger gut zurecht, denn fast die Hälfte des Skigebietes besteht aus einfachen, blauen Pisten. Gleich kann es losgehen. Die gechipte Liftkarte steckt in der Ärmeltasche. Auf dem Smartphone ist der „Feratel iSki Tracker“ gestartet. Die kleine App wird messen, wie viele Kilometer Piste man fährt und wie viele Höhenmeter man dabei bewältigt hat. Zum Schluss gibt es dann den Skitag als Grafik, spannend!

Auf fünf Gletschern unterwegs

Das Skigebiet Stubaier Gletscher erstreckt sich über fünf Gletscher oder „Ferner“, wie der Tiroler sagt. Zum Einfahren geht es mit der Sechser-Sesselbahn auf die blaue Piste des Fernau-Ferner. Dann führt ein Schlepplift rüber auf den Gaisskar-Ferner. Auf rund 3.100 Metern Höhe fotografieren sich die Wintersportler auf einem hölzernen Thron vor der atemberaubenden Bergkulisse – schließlich ist der Stubaier Gletscher von 109 Dreitausenderbergen umgeben, deren Spitzen weiß eingeschneit sind. Hier oben befindet sich auch der Snowpark mit zahlreichen Sprungschanzen und die Aussichtsplattform „Top of Tyrol“. Über den Windach-Ferner geht es hinüber zum Daun-Ferner. Dort liegt neben der flachen, gemütlichen „Comfortpiste für Familien und 50+“ eine Weltcup-Trainingsstrecke. Der Eisjoch-Ferner bringt einen zur Mittelstation Eisgrat zum Mittagessen.

Bergstation Eisgrat © Andrea Bonder

Bergstation Eisgrat © Andrea Bonder

Eisgrat ist die imposanteste der sechs Bergstationen. Die silberne Außenhaut sieht aus wie ein Ufo, und auch innen fragt man sich, wie wohl die Rolltreppen und die riesige Gastronomieküche den Weg auf 2.900 Meter gefunden haben. Oberhalb des großen Skiverleihs und -shops befindet sich das Marktrestaurant, das über eine offene Küche mit eigener Pasta-Manufaktur verfügt. Über 400 Gäste haben hier im hellen Innenbereich mit Panoramafenstern und auf der Terrasse Platz. Das saftige Wiener Schnitzel dürfte wohl zu den leckersten gehören, die man in Österreich serviert bekommt. Außerdem hat Eisgrat einen Hotspot. Daher nutzen viele Wintersportler hier die Gelegenheit, Pistenfotos und ihren „iSki-Track“ ins Internet hochzuladen und bei Facebook auf der Seite vom Stubaier Gletscher „einzuchecken“.

Gelände für Freerider und Familien

Tiefschnee-Freerider, die jetzt einen Blick auf ihren „iSki Tracker“ werfen, wundern sich über die niedrige Kilometerzahl. Schnell wird klar, wieso: Die App zählt nur die Kilometer, die auf einer Piste zurückgelegt werden. Doch das nehmen sie gerne in Kauf. Zusammen mit dem erfahrenen Skiführer Patrick Ribis sind sie in unberührtem Pulverschnee unterwegs. Ihre herrlichen Abfahrten haben einige mit einer GoPro-Kamera aufgezeichnet, die am Helm oder an einem Brustgurt befestigt ist. Ihre schönsten Momente laden sie später als Kurzvideo, auf maximal drei Minuten zusammengeschnitten, bei Youtube hoch.

Am Nachmittag geht es dann hinüber zum Gamsgarten. Hier sausen Speedfahrer mit bis zu 100 Stundenkilometern eine Geschwindigkeits-Messstrecke hinunter, Eiskletterer kraxeln auf den 20 Meter hohen Eisturm, und Langläufer trainieren auf einer Skating-Loipe. Vor allem aber ist Gamsgarten das Gebiet für Familien. Die Kleinen gehen in den Kindergarten oder in die Skischule und essen sogar im eigenen Restaurant mit Kindermöbeln und Limo bis zum Abwinken. Außerdem können sie eine Boardercross-Strecke ausprobieren und für 2 Euro mit einer Pistenraupe mitfahren. Das beste ist, dass Liftkarten für Kinder unter zehn Jahren gratis sind. Kein Wunder also, dass der ADAC den Stubaier Gletscher schon zum dritten Mal in Folge als familienfreundlichste Skiregion der Alpen ausgezeichnet hat.

Infos

Stubaier Gletscher, Neustift, Tel. 0043-5226-8141, www.stubaier-gletscher.com
Freeriding am Stubaier Gletscher: www.freeridecenter-stubai.com
Tourismusverband Stubai, Stubaitalhaus, Neustift, Tel. 0043-5018810, www.stubai.at
iSki-Tracker downloaden: www.stubaier-gletscher.com/de/iSki (für iPhone und Android)

Skipässe: Tageskarte 40 Euro, unter 10jährige fahren gratis, 10-14jährige Kinder 20 Euro, 15-18jährige Jugendliche 26 Euro. Ab 6. Mai Frühjahrspreise (Erwachsene 34 Euro, Kinder 17 Euro, Jugendliche 22 Euro)

Skiverleih: Intersport an den Liftstationen Gamsgarten und Eisgrat, www.intersport-stubaier-gletscher.com (Ski mit Stöcken ab 18 Euro pro Tag, Schuhe 10 Euro, Helm 5 Euro; günstige Mehrtagespreise)

Saison: Skibetrieb von Mitte/Ende September bis Mitte Juni

Anreise: Mit dem Auto aus Richtung München über die A8/A12 aus Richtung St. Gallen und Zürich über die A1/A12 nach Innsbruck. Von dort in 20 Minuten über die Brennerautobahn A13 ins Stubaital, Ausfahrt Schönberg. Der ÖBB-Schnellzug Railjet fährt von München und Zürich nach Innsbruck. Vom Bahnhof Innsbruck fährt alle 30 Minuten ein Bus nach Neustift. Flugverbindungen nach Innsbruck bestehen von Frankfurt (Lufthansa), Berlin, Düsseldorf und Hamburg (Air Berlin) und Wien (Austrian).

Vor Ort: An der Talstation in Mutterberg gibt es zahlreiche Park-and-Ride-Parkplätze. Zwischen 1. Oktober und 1. Mai fahren kostenlose Skibusse von allen Dörfern im Stubai-Tal zur Talstation in Mutterberg.



Artikel zum Thema

Kommentare

Neuen Kommentar schreiben

tube gratis porno sex video
xnxx search - porno