Vietnam: Eine Flusskreuzfahrt im Mekong-Delta

Vietnam: Das Flusskreuzfahrtschiff Mekong Eyes

Die Mekong Eyes © Mekong Eyes

„Herzlich Willkommen an Bord der Mekong Eyes!“ begrüßt der Cruise-Manager seine Gäste. Vom Sonnendeck des Kreuzfahrtschiffes aus genießen sie bereits den herrlichen Rundumblick auf das bunte Treiben auf dem Mekong.

Angesichts der vielen Schiffe auf dem breiten Wasserlauf kommt Vorfreude auf eine Flusskreuzfahrt auf, die sie durch das Mekong-Delta im tropischen Süden von Vietnam führen wird. Auf den Gläsern des Begrüßungsgetränks thronen Vögel, die ein geschickter Küchenmitarbeiter liebevoll aus Ananas geschnitzt hat. Am Bug flattert die vietnamesische Fahne.

Die fast 40 Meter lange Mekong Eyes war ursprünglich ein traditioneller Reisfrachter, den eine örtliche Werft zu einem komfortablen Flusskreuzfahrtschiff umgebaut hat. Oben auf dem Sonnendeck stehen Liegen, von denen aus die Gäste tagsüber die Landschaft an sich vorbei ziehen lassen. Auch das Außen-Restaurant mit seinen Holztischen und weißen Regiestühlen ist auf dem Oberdeck. Im zweiten, gemütlichen Innen-Restaurant sind die Tische bereits für das Mittagessen mit weißen Tischdecken, Porzellantellern und kunstvoll gefalteten Stoffservietten gedeckt. Barhocker stehen vor einem Tresen, der sicherlich schon einige feuchtfröhliche Abende erlebt hat.

Auf dem mittleren und unteren Deck geht es zu den 15 komfortablen Doppel- und Zweibett-Kabinen, alle mit großem Fenster mit Flussblick. Der Parkettboden glänzt, das sanfte Licht der Nachttischlampen beleuchtet die Holzwände. Auf dem Bett liegen Blumen und eine Begrüßungskarte. Zur Kühlung der wärmegedämmten Schlafgemächer gibt es eine Klimaanlage und einen Ventilator. Auch das schick geflieste Bad mit Warmwasser-Dusche macht einem „schwimmenden Hotel“ alle Ehre.

Der Mekong © Mekong Eyes

Leinen los!

Als die Mekong Eyes ablegt, haben es sich die ersten Gäste bereits auf einer Sonnenliege gemütlich gemacht. Von hier aus lässt sich das nachmittägliche Treiben besonders gut beobachten und fotografieren. Auf dem Mekong herrscht reger Schiffsverkehr. Zahlreiche Lastkähne sind unterwegs, auf denen auch die Familien der Schiffsführer und die Mannschaften leben.

Das Ufer ist gesäumt von Wellblechdächern der Geschäfte, an denen bootsfahrende Händler anlegen. Fähren voller Menschen, Fahrzeuge und Waren überqueren den Fluss. Von den roten Backstein-Fabriken, Werften und holzverarbeitenden Betrieben winken Arbeiter den Kreuzfahrern an Bord fröhlich zu. Außerhalb der Städte wird es Grüner. Mehr und mehr Felder, Gärten, Dschungelwälder und Mangrovensümpfe bestimmen die Landschaft.

Eine auffällige Besonderheit des Mekong-Deltas ist, dass alle Schiffe am Bug große Augen aufgemalt bekommen haben. Dies geschieht in einer traditionellen „Augen-Öffnungs-Zeremonie“, die dem Boot Glück und der Mannschaft allzeit gute Fahrt bescheren soll. Diese Augen standen auch Taufpate bei der Namensgebung der Mekong Eyes und ihrer beiden kleinen Schwesterschiffe. Die Dragon Eyes I und II sind luxuriöser und privater. Sie verfügen nur über je zwei geräumige Kabinen und bieten den Gästen auf insgesamt 100 Quadratmetern viel Platz zum ungestörten Ausspannen.

Unterwegs ist genügend Zeit, etwas mehr über das Mekong-Delta zu erfahren. Der Mekong ist mit 4.500 Kilometern Länge einer der zehn längsten Flüsse der Erde. Er fließt von Tibet durch sechs Länder Südostasiens hinunter bis ins Südchinesische Meer. Im Süden Vietnams öffnet sich der Mekong in neun Flussarme und bildet so eines der größten Deltas der Welt.

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts war die sumpfige Gegend nur spärlich besiedelt. Erst in der französischen Kolonialzeit (1858-1954) entwickelte sich das fruchtbare Delta zu einem riesigen Reis- und Obstanbaugebiet. Die zahlreichen schmalen und breiten Kanäle, die damals zwischen den natürlichen Flussläufen angelegt wurden, sind nach wie vor vielgenutzte Wasserwege. Heute leben im Mekong-Delta über 13 Millionen Menschen. Die Städte sind mittlerweile gut über Straßen und Brücken angebunden. Es gibt aber immer noch Dörfer, die nur mit Booten erreichbar sind.

Schwimmender Markt - Händler verkaufen Obst und Gemüse © Mekong Eyes

Landgang

In einem dieser Dörfer legt die Mekong Eyes am späten Nachmittag an. Auf einem Spaziergang lernen die Gäste hier das Leben der Mekong-Anwohner kennen. Ihre einfachen Wohnhäuser stehen an einem Trampelpfad am Ufer, wo sie ihre Boote festmachen und ihre Wäsche waschen. In ihren Gärten pflanzen sie Gemüse an und halten Hühner und Schweine. Im Hinterland erstrecken sich leuchtend grüne Reisfelder, die dreimal jährlich abgeerntet werden können. Wieder an Bord, geht die Sonne über der grandiosen Wasserlandschaft des Mekong unter. Mit einem leckeren Abendessen und einem Drink an der Bar geht ein eindrucksvoller Tag zu Ende.

Der nächste Morgen beginnt früh. Kurz nach Sonnenaufgang legt die Mekong Eyes ab. Die Gäste können in herrlich kühler Morgenluft auf dem Oberdeck frühstücken und dabei noch einmal die Landschaft an sich vorüber ziehen lassen. Dann holt ein Bootsfahrer die Gäste mit seinem flachen Sampan am Schiff ab und tuckert mit ihnen auf einem dicht bewachsenen Kanälchen zu einem der größten schwimmenden Märkte des Mekong-Deltas. Dieser Ausflug ist eines der Highlights der Flusskreuzfahrt.

Unterwegs auf einem schmalen Seitenarm des Mekong © Mekong Eyes

Da die Gäste auf dem kleinen Boot mitten im Marktgeschehen sind, bieten sich ihnen in diesem fantastischen Gewirr jede Menge Fotomotive. Auf den großen Frachtern türmen sich Berge von Reis, Gemüse und Tropenfrüchten. Die zahllosen Sampans von Händlern und Hausfrauen legen hier und da an, um wild gestikulierend und feilschend die morgendlichen Einkäufe zu tätigen. Von Kiosk-Booten aus verkaufen Frauen heiße Suppen, Nudelgerichte und geschnittenes Obst.

Um viele Fotos und Eindrücke reicher neigt sich die Kreuzfahrt dem Ende zu. Wer noch mehr vom Mekong-Delta sehen möchte, kann statt der zweitägigen eine dreitägige, intensivere Flusskreuzfahrt auf der Mekong Eyes wählen. Auf den Schwesterschiffen Dragon Eyes geht es in das charmante Städtchen Sa Dec. Viele der Villen und Geschäftshäuser stammen noch aus der französischen Kolonialzeit. Dort verbrachte die Autorin Marguerite Duras ihre Jugend, die ihre Erlebnisse in dem Buch „Der Liebhaber“ veröffentlichte.

Das Haus des Hauptdarstellers wurde sehr stilvoll renoviert. Im Anschluss an eine Flusskreuzfahrt besteht die Möglichkeit, mit dem Auto in die Grenzstadt Chau Doc zu fahren und von dort mit einem Schnellboot in die kambodschanische Hauptstadt Phnom Penh weiterzureisen. Wer lieber ans Meer möchte, kann von Can Tho aus mit dem Flugzeug oder per Auto und Fähre an die Strände der Urlaubsinsel Phu Quoc reisen.

Weitere Informationen zu Vietnam und Mekong-Flusskreuzfahrten

Anreise ins Mekong-Delta

Über ein Dutzend Fluggesellschaften fliegen von Deutschland, Österreich und der Schweiz nach Ho-Chi-Minh-Stadt. Dort werden die Gäste der Mekong Eyes im Hotel abgeholt und mit einem Minibus oder in einer Limousine zum Anleger gefahren. Am Ende der Flusskreuzfahrt werden sie wieder zum Hotel in Ho-Chi-Minh-Stadt gebracht. Die Schiffstouren starten an ungeraden Daten in Can Tho und an geraden Daten in Cai Be.

Visum

Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz benötigen ein Touristenvisum. Es muss vor Abreise bei einer vietnamesischen Botschaft eingeholt oder über einen Reiseveranstalter organisiert werden.

Klima und beste Reisezeit

Der Süden Vietnams ist ein Ganzjahres-Reiseziel mit angenehmen 25 bis 29 Grad. Die Hochsaison dauert von Oktober bis Januar, da die Trockenzeit in die Herbst- und Wintermonate fällt. Zwischen Mai und Oktober fällt mehr Niederschlag. Für Reisen bestehen allerdings kaum Einschränkungen, da der Regen im Normalfall in kurzen Schauern, meist am Nachmittag, herunterkommt. Ein Aufenthalt in der Nebensaison ist viel authentischer, da dann weniger Touristen im Mekong-Delta unterwegs sind.

Die Touren durch das Mekong-Delta

Die Mekong Eyes verkehrt auf zwei- und dreitägigen Flusskreuzfahrten zwischen Cai Be und Can Tho. Eine zweitägige Flusskreuzfahrt mit der Dragon Eyes führt von Cai Be nach Sa Dec. Während Kreuzfahrten mit der Dragon Eyes sind Fahrradausflüge in Cai Be, Can Tho oder auf dem Land möglich. Nach einer Flusskreuzfahrt können die Gäste auf dem Mekong nach Kambodscha weiterreisen oder auf die Badeinsel Phu Quoc fliegen (alternativ die Fähre nehmen). Alle Anschlussprogramme sind über Mekong Eyes buchbar.

Informationen und Buchung der Kreuzfahrten

Mekong Eyes Cruise Deutschland
Telefon: 0761-7664976
Fax: 0761-471412
germany@mekongeyes.com
www.mekongeyes.com

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Kommentare

Geschrieben von P.Sanderge | Mittwoch, 13.07.11 - 22:24 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe eine vietnamesische Frau und bin sehr stolz auf sie.Für mich als Deutscher ist eine Vietnamesin etwas Besonderes.

Geschrieben von ursula richter | Mittwoch, 13.07.11 - 23:00 Uhr

bitte lassen Sie mich wissen, was diese Reise kostet. danke

mit freundlichen grüssen
u.richter

Geschrieben von jürgen-unruh | Donnerstag, 14.07.11 - 7:18 Uhr

ich würdegerne die vietnam reise machen kan ich sie auch von thailand machen ich bin von dezember bis mai inthailand schickensie mir bitte mal ihre adresse

Geschrieben von Melanie | Donnerstag, 14.07.11 - 9:33 Uhr

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Wir schicken Ihnen in Kürze Informationen zu.

Geschrieben von Melanie | Donnerstag, 14.07.11 - 9:56 Uhr

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Gerne senden wir Ihnen weitere Informationen zu.

Geschrieben von R. Koch | Donnerstag, 14.07.11 - 20:05 Uhr

Klasse – interessiere mich sehr für diese Reise! Auch für mich eine Frage der Kosten als Alleinreisende.

Geschrieben von Melanie | Freitag, 15.07.11 - 9:24 Uhr

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Wir haben diese an Mekong Cruises weitergeleitet. Der Veranstalter wird sie gerne kontaktieren.

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